Blog: „Du machst doch eh, was du willst“ – 4 Tipps für eine klare, gelingende Kommunikation

von Christine Warcup (Kommentare: 0)


Kennst du das? Du hast mit jemandem etwas abgesprochen, und der andere macht doch, was er will.

Das ist zumindest dein Eindruck – mit den entsprechenden Gefühlen von Frust, Wut, Ohnmacht, Hilflosigkeit, Fassungslosigkeit etc.

Wie kann das sein? Wieso macht der andere einfach, was er will, so als ob nie etwas abgesprochen worden wäre? Was ist in der Kommunikation schief gelaufen?
Und wie kann Kommunikation besser gelingen?

1. Wünsche klar formulieren

Beispiel: Ein Pärchen liegt im Bett, bespricht noch verschiedene Dinge, beide wollen eigentlich schlafen.
Er: „Wir sollten schlafen.“
Sie: „Ja“ – und redet weiter, was ihm den Eindruck gibt, dass sie ihn und seinen Wunsch einfach ignoriert.
„Wir sollten schlafen“ ist allerdings kein klar formulierter Wunsch, sondern einfach eine Aussage. Ein klar formulierter Wunsch könnte so lauten: „Ich möchte jetzt schlafen.“

2. In Beziehung treten:

Für eine gelungene Kommunikation ist es auch wichtig, sich auf den anderen zu beziehen.

In unserem Beispiel könnte das so aussehen:
Er: „Ich möchte jetzt schlafen. Und du?“

Damit lädt er sie ein, ihm mitzuteilen, was sie möchte.
Wenn sie dann klar formuliert, was sie möchte, kann eine Lösung gefunden werden, die beiden gerecht wird und mit der beide einverstanden sind.

Beide haben ihre Bedürfnisse oder Wünsche formuliert und so dem anderen die Möglichkeit gegeben, zu schauen, wie sie damit umgehen.

3. Nachfragen statt interpretieren:

Menschen sind verschieden, haben verschiedene Bedürfnisse und Vorlieben. Das ist nichts Neues.
Wenn wir das wissen, können wir nicht davon ausgehen, dass zwei Menschen dasselbe meinen, wenn sie dasselbe sagen.

Spätestens dann, wenn ein „komisches“ Gefühl aufkommt, ist es deshalb immer ratsam, nachzufragen: „Wie hast du das gemeint? Ich habe das so verstanden, ist das richtig?“

Und insbesondere in stressigen Situationen, wenn eine Person innerlich sehr beschäftigt ist oder fast schon aus der Tür, sollte man nachfragen oder das Nachfragen auf später verschieben, um sicher zu gehen, dass die Kommunikation auch wirklich funktioniert hat.

4. Vergewisserung: Was hast du verstanden? Bist du einverstanden?

Wenn wir möchten, dass der andere etwas für uns tut, dann ist es natürlich erstens wichtig, unseren Wunsch klar zu formulieren. Wenn der andere dann Ja sagt, ist es ratsam, nachzufragen, was genau der andere verstanden hat.

Das gilt insbesondere dann, wenn wir Aufgaben, die uns unangenehm sind, an andere abschieben wollen. ;-)

Denn wenn wir z.B. eine tief sitzende Überzeugung haben, dass wir unsere Bedürfnisse nicht wichtiger nehmen dürfen als die anderer, fällt es uns schwer, gegenüber sogenannten „Autoritätspersonen“ oder für uns wichtigen Menschen unsere Bedürfnisse und Wünsche zu äußern.

Wenn wir andere bitten, etwas für uns zu tun, was uns unangenehm ist, ist es umso wichtiger, den anderen zu fragen, was genau er verstanden hat und sich zu vergewissern, ob der andere wirklich mit der Aufgabe einverstanden ist.

Damit können wir uns letztlich viele unangenehme Situationen und Gefühle ersparen.

Mitgefühl und Nachsicht mit uns

Doch seien wir gnädig mit uns. Oft haben wir nicht gelernt, achtsam zu kommunizieren. Wir sind Übende, und Übende machen Fehler, weil ihnen Wissen und Erfahrung und Übung fehlt.  ❤️😉❤️

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