Blog: Wie du aufhören kannst, dir selbst wehzutun

von Christine Warcup (Kommentare: 0)


Kennst du das? Jemand hat dir auf die Füße getreten und du bist sauer.
Und dir geht es damit nicht gut. Dem anderen dagegen scheint es sehr gut zu gehen.

Was geht in dir vor? Beschimpfst du den anderen in Gedanken? Gehst du das Erlebte, die verletzenden Worte immer wieder durch?

Wenn du dich mit einem Messer geschnitten hättest, würdest du kaum auf den Gedanken kommen, das Messer immer wieder in dieselbe Wunde zu setzen und dich immer wieder neu zu verletzen.

Genau das tust du jedoch, wenn du die verletzende Situation immer wieder durchgehst. Immer und immer wieder. Bis du wieder wütend wirst auf den anderen.

In meinem Blog-Beitrag vom 21. Januar habe ich beschrieben, wie man die Anteile versorgt, die sich unentwegt über „den anderen“ aufregen, damit diese Anteile sich beruhigen können.

Im heutigen Artikel  geht es mir um einen anderen Aspekt, der uns meist nicht bewusst ist, bzw. der für uns nicht unbedingt fühlbar ist.

„Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu“

Diesen Satz kennen wir vermutlich alle. Er ist den meisten von uns seit Kindertagen vertraut. Aber können wir wirklich fühlen, was dieser Satz bedeutet?

Wir wissen, dass wir andere so behandeln sollten, wie wir selbst behandelt werden wollen. Aber wie passt das zu der oben beschriebenen Situation?

Angenommen, wir haben jemandem unabsichtlich auf die Füße getreten und sind uns nicht einmal der Tatsache bewusst, dass der andere sich verletzt fühlt.
Was macht es mit uns, wenn uns der andere ohne unser Wissen wütende Gedanken schickt, uns in Gedanken zurechtweist, uns sagt, wie unmöglich wir sind, wie egoistisch, wie unverschämt …

Unsere Gedanken sind Energien

Wenn wir uns einmal vorstellen, dass Gedanken Energien sind, die energetische Formen erschaffen können, dann ist es keine angenehme Vorstellung, dass die negativen Gedanken des anderen, die in unsere Richtung gehen, kleine wütende Energieformen oder „Wesen“ sind, die wütend in unser Energiefeld einfallen oder zumindest wütend an unser Energiefeld klopfen.

Wenn wir sehr zentriert sind und mit unserer bewussten Aufmerksamkeit bei uns , ist unser Energiefeld relativ stark, so dass die wütenden Energieformen nicht wirklich eindringen können oder gar abprallen. Dann fliegen sie sozusagen zurück zum Sender, zu ihrem Erschaffer und toben sich dort aus.

Sind wir nicht „bei uns“, also z.B. damit beschäftigt, was X oder Y von uns denken, steht unser Energiefeld weit offen. Und dann wundern wir uns vielleicht, warum wir plötzlich schlechte Laune haben, vielleicht sogar wütend werden und uns ohne ersichtlichen Grund über denjenigen aufregen, dem wir unabsichtlich auf die Füße getreten haben. Und wenn wir ihn dann treffen, kriegt er vielleicht die Portion Wut von uns ab, die er in unsere Richtung geschickt hat.

Alles kommt zu uns zurück

Das heißt im Umkehrschluss, dass unsere wütenden Gedanken als entsprechende Energie die Tendenz haben, zu uns zurückzukehren. Und damit verletzen wir uns selbst, wenn wir – und sei es auch nur in Gedanken – andere angreifen, verurteilen, beschimpfen, vor allem aber, wenn wir ihnen die Pest an den Hals wünschen.

Wir sind alle im großen Energiefeld verbunden. Das heißt einerseits, dass wir, wenn wir offenen Herzens sind, mit allen geöffneten Herzen im großen gemeinsamen Raum verbunden sind. Das heißt aber eben auch, dass wir, wenn wir mit sogenannten „negativen“ Emotionen geladen sind, Resonanz auf genau diese Kräfte erfahren, die somit verstärkt werden.
Huch! Oder?

Alles in uns darf sein

Jetzt kann es allerdings nicht darum gehen, uns Emotionen zu verbieten. Emotional geladen zu sein, hilft uns zwar nicht, es ist aber sehr menschlich. Und:

Wir dürfen uns unsere Gefühle erlauben: Traurigkeit, Wut, Angst und Freude.
Sie sind wichtige Aspekte in uns, denn sie übermitteln uns über unseren Körper Botschaften.

Wenn wir sie wirklich fühlen, ihnen also wirklich erlauben, da zu sein, wenn wir wirklich mit ihnen sind, statt sie unkontrolliert in die Welt zu schicken, kann vieles in uns heilen.

Wenn wir wirklich unser Herz öffnen für alles, was in uns ist, erhalten wir die Resonanz aller geöffneten Herzen aller Universen. Denn dann sind wir geöffnet für die Liebe, die uns stets umgibt, so dass Heilung in uns leichter geschehen kann.

Alles beginnt bei uns

So mit uns verbunden ist es uns dann auch leichter möglich, den anderen liebevoll und „gnädig“ darauf hinzuweisen, dass er uns auf die Füße getreten hat. So erschaffen wir die Möglichkeit,  dass die ursprüngliche Verletzung nicht weitergetragen wird und wir nicht weiter davon verletzt werden.

Je liebevoller, mitfühlender und geduldiger wir mit all unseren Anteilen sind, desto liebevoller und verständnisvoller werden wir mit anderen. Und so erschaffen wir eine Resonanz, die uns immer weniger verletzt.

Je mehr wir uns Wertschätzung für uns selbst erlauben, desto mehr macht es uns Freude, andere wertzuschätzen. Und umso mehr Wertschätzung werden wir erfahren.

Und wenn wir merken, dass wir doch Unheilvolles auf den Weg geschickt haben, können wir es zu uns zurückrufen und unsere feinstofflichen Begleiter bitten, die Energien umzuwandeln. Das hilft uns allen im großen gemeinsamen Raum.

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