Blog: Hilfe! Wie kann er/sie nur?! Ich habe doch ausdrücklich …

von Christine Warcup (Kommentare: 1)


Kennst du das? Du hast darum gebeten, dass man dich nicht stört, vielleicht weil du in Ruhe arbeiten willst oder weil du vielleicht einfach nur gerade Ruhe brauchst, abschalten möchtest.

Und du wirst gestört. Jemand missachtet deine Bitte, dein Bedürfnis. Und du regst dich auf, zumindest im Innen.

Altbekannte Gefühle werden geweckt: Ich werde nicht beachtet, meine Bedürfnisse interessieren keinen, man ignoriert mich …, was immer DEINE alten Gefühle sind.

Und schwupps, bist du mit deiner Aufmerksamkeit im Außen, bei dem ANDEREN, bei dem, der deine unangenehmen Gefühle ausgelöst hat.

Alte Gefühle werden ausgelöst

Wie kann er/sie nur?!! Ich habe doch ausdrücklich gesagt, … wieder missachtet er/sie mich …

Es sind alte Gefühle der Machtlosigkeit, des Ausgeliefert-seins, der Ohnmacht, der Vergeblichkeit und der Einsamkeit nach dem Motto: Keiner versteht mich, keiner achtet mich, ich kann tun, was ich will, es nützt nichts, es reicht niemals.

Wie gesagt, es sind meist ALTE Gefühle, die dein Gegenüber in dir auslöst. Das heißt, die Heftigkeit deiner Gefühle steht oft nicht im Verhältnis zu dem, was der andere tut oder unterlässt.
Denn vielleicht hat der andere gerade einen sehr triftigen Grund, dich trotz deiner Bitte zu stören oder er ist so mit sich beschäftigt, dass er deine Bitte kurz vergessen hat – ohne jede böse Absicht.

Falls jemand dich bewusst ohne triftigen Grund stört, so ist es an dir, zu fragen, warum er/sie das tut, um zu verstehen. Denn wenn wir verstehen, ist es sehr viel einfacher, das Verhalten des anderen anzunehmen. Und dann ist es vielleicht sinnvoll, noch einmal auf deine Bitte hinzuweisen.

Wie geht es MIR gerade?

In jedem Fall geht es aber darum, dich DIR zuzuwenden, DEINEN Gefühlen zuzuwenden und sie zunächst erst einmal bewusst wahrzunehmen. Das ist DEINE Chance, alten Verletzungen auf die Spur zu kommen, an lange verdrängte Gefühle zu gelangen.

Wenn dir etwas Ähnliches in deiner Kindheit geschehen ist, was Gefühle der Ohnmacht, des Nicht-verstanden-seins in dir ausgelöst hat, dann hattest du meist niemanden, der sich dir liebevoll zugewendet hat. Und so hast du in den meisten Fällen diese Gefühle nicht zum Ausdruck bringen können, sondern hast sie in dir „gespeichert“.

Und wenn so etwas wiederholt geschehen ist, dann sind deine Speicher alter Gefühle vielleicht sehr voll. Dann reicht eine Kleinigkeit, ein altes Gefühl in dir auszulösen.

Was brauche ICH gerade?

Und dann ist es an der Zeit, dir jetzt das zu geben, was du als Kind vielleicht nicht erhalten hast: Zuwendung, Verständnis, Liebe. Das ist deine Chance zu heilen. Es ist deine Chance, dich nicht wieder und wieder zu verlassen, sondern mit deiner (liebevollen) Aufmerksamkeit  bei dir zu bleiben, unabhängig davon, wie der andere sich verhält.

Wie oft mussten wir in unserer Kindheit im Außen schauen, ob unser Verhalten genehm war.
Jetzt dürfen wir immer wieder die Entscheidung treffen, uns uns selbst zuzuwenden, mit unserer ganzen Aufmerksamkeit bei uns selbst zu sein, uns wie eine liebevolle Mama um uns selbst zu kümmern. Wir dürfen alles in uns erlauben, jedes Gefühl, jeden Gedanken. Alles in uns darf sein. Nichts davon ist „schlecht“ oder „böse“, sondern letztlich nur verletzt und einsam.

Was hindert mich, gut für mich zu sorgen?

Wenn wir uns jetzt uns selbst zuwenden, uns um uns selbst kümmern, werden uns vielleicht Zusammenhänge klar, die wir nie wahrnehmen konnten, eben WEIL wir meist mit unserer Aufmerksamkeit im Außen waren.
Wir können dann vielleicht bemerken, dass wir unsere Bitte nicht klar genug zum Ausdruck gebracht haben, weil vielleicht ein altes Verbot, unsere Wünsche klar zu benennen, uns unbewusst davon abgehalten hat.

So oft wirken alte Verbote in uns noch nach, weil wir Haltungen von Erwachsenen übernommen haben. Und so oft machen wir das Außen wieder dafür verantwortlich, dass unsere Bedürfnisse nicht geachtet werden.

Achten WIR sie denn immer? Nehmen wir sie überhaupt bewusst wahr?

In meinem letzten Workshop wurde uns allen noch einmal klar, dass wir uns nur eines zu vergeben haben (wenn wir denn von Vergebung sprechen):

Eine neue Verbindung im Innen und Außen

Wir dürfen uns vergeben, dass wir uns selbst immer wieder verlassen haben, unsere verletzten Anteile nicht liebevoll getröstet haben, dass wir uns immer wieder um das Außen und seine Reaktionen gekümmert haben, statt um uns selbst.

Denn wir mit uns selbst liebevoll verbunden sind, wenn wir uns selbst all das geben, was wir nicht erhalten haben, Zuwendung, Anerkennung, Wertschätzung, Liebe, dann ist es ziemlich „gleich-gültig“, wie das Außen sich verhält.

Wenn wir uns alles geben, was wir brauchen, müssen wir uns nicht mehr genehm verhalten, uns „für das Außen“ anstrengen, um eben Zuwendung, Anerkennung, Wertschätzung, Liebe vom Außen zu erhalten.

Und wenn wir mit uns selbst verbunden sind, ist uns eine neue Verbindung mit dem Außen möglich, ganz einfach, weil wir annehmender mit uns selbst geworden sind.
Was ich in mir annehmen kann, kann ich selbstverständlich auch im Außen annehmen ...

Info:

Solltest du dich für die Audio-Aufzeichnungen des Juni-Workshops
(Neue Verbindung im Außen – als Resonanz meiner neuen inneren Verbindung, der Beginn eines neuen Miteinander)
interessieren, so schreibe mir eine Mail.

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Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Charly |

Interessant. Ich erwähnte, dass wenn ich neue Verbindungen knüpfe (Freundschaften / Arbeit andere), ich anfangen, alles um mich herum zu nehmen, viel einfacher als vorher.

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