Blog: 7 Schritte in eine neue innere und äußere Freiheit

von Christine Warcup (Kommentare: 0)


Kennst du das? Jemand hat deinen empfindlichsten Knopf gedrückt, und nun stehst du da mit altbekannten Gefühlen, sei es Wut, Angst, Verzweiflung, Trauer, was auch immer es bei dir ist, was aktiviert wurde.

Vielleicht führst du immer wieder „Gespräche“ mit der Person, die deinen empfindlichsten Knopf gedrückt hat, vielleicht musst du „beweisen“, dass der andere Unrecht hat, dass es gute Gründe für dich gab, dich so oder so zu verhalten, vielleicht …

Fakt ist, dass du dich in einer solchen Situation mit der anderen Person und ihren Worten oder Handlungen beschäftigst, statt dich um dich selbst zu kümmern. Du kettest dich mit deinen Gedanken an den anderen, seine Worte, seine Handlungen oder Unterlassungen. Und du bist nicht mehr frei für dich selbst, für deine Bedürfnisse, für dein Leben. Du bist Gefangener deiner Gefühle und Gedanken, die wiederum Gefühle auslösen usw.

Wie kannst du wieder in die innere und äußere Freiheit gelangen?

Schritt 1

Der erste Schritt ist die Bewusstheit darüber, dass du dich immer wieder und wieder mit der erlebten Situation auseinandersetzt, also nicht wirklich im Augenblick, im Hier und Jetzt bei dir bist.

Dein ganzer Körper erlebt die Situation mit dem entsprechenden Stress immer wieder und wieder, wenn du das Erlebte immer wieder in Gedanken wiederholst.

In dem Augenblick, in dem dir das bewusst wird, bist du wieder im Moment angekommen.

Schritt 2

Dann kannst du dich im Moment deinem Gefühl zuwenden und dir erlauben, es zu fühlen.

Wenn du nur über das Erlebte nachdenkst oder (ausgiebig) darüber sprichst, leidest du zwar sehr wahrscheinlich, es ändert sich aber nichts an deiner misslichen Situation. Du lenkst dich mit dem Nachdenken und/oder darüber Sprechen davon ab, das ausgelöste Gefühl  wirklich zu fühlen. (Und somit kann sich zunächst nicht viel ändern.)

Das ist verständlich, denn bei deinem empfindlichsten Thema wird das ausgelöste Gefühl nicht sehr angenehm sein. Dennoch ist es sehr sinnvoll, dich vielleicht kurz zurückzuziehen, dich deinem Gefühl zuzuwenden und dir zu erlauben, es wirklich zu fühlen, einfach nur zu fühlen.

Schritt 3

Es handelt sich nämlich sehr wahrscheinlich um ein sehr altes Gefühl, dass noch niemals den Raum bekommen hat, einfach da zu sein, das noch nie akzeptiert werden konnte und vermutlich auch noch nie zum Ausdruck gebracht werden konnte.

Daher ist es sinnvoll, dich für das Gefühl zu öffnen, indem du ihm erlaubst, sich ganz zu zeigen.

Und dann kannst du spüren, ob du wahrnehmen kannst, wo in deinem Körper es sich zeigt. Oft zeigt sich ein alter Schmerz in der Herzgegend oder im Solar Plexus in der Magengegend, aber ein Gefühl kann auch in ganz anderen Körperpartien gespeichert sein.

Schritt 4

Wenn das Gefühl sehr heftig werden sollte, ist es hilfreich, deinen Atem wahrzunehmen. Dein Atem versorgt dich nicht nur mit Sauerstoff, sondern auch mit Odem (ein altes Wort für Lebenskraft) und mit Liebe, ja mit Liebe!

Du kannst erlauben, dass die Liebe, die mit jedem Atemzug in dich einfließt, in genau die Bereiche fließt, in denen dein Gefühl sich zeigt. Und wenn du das Gefühl nicht lokalisieren kannst, erlaube einfach, dass die Liebe dorthin fließt, wo sie gerade gebraucht wird. Und dann erlaube, dass die alten Speicherungen, die gespeicherten Spannungen, der gespeicherte Schmerz sich lösen und atme bewusst eine Weile so weiter.

Schritt 5

Wenn das Gefühl sich noch nicht beruhigt hat, kannst du dein Innerstes, deine innere Weisheit oder dein Herz fragen, wo das Gefühl hingehört, bzw. wer das Gefühl z.B. in deiner Kindheit ausgelöst hat.

Denn oft fühlen wir z.B. eine große Wut gegenüber der Person, die uns gerade auf die Füße getreten hat und vergessen dabei, dass diese Person sehr wahrscheinlich nur ein altes Gefühl ausgelöst hat. Das heißt, dass 90 % der Wut zu einer anderen Situation oder zu einer Person gehört, die vielleicht gar nicht mehr lebt.

Es kann sein, dass bei der Erinnerung an diese Person oder das Erleben in der Vergangenheit das Gefühl noch heftiger aufflackert.

Dann kannst du wieder auf deinen Atem zurückgreifen und dich über deinen Atem mit Liebe oder all dem versorgen lassen, was du gerade benötigst, und kannst ganz in Ruhe weiter fühlen.

Schritt 6

Wenn dich dann immer noch die Wut oder der Schmerz oder die Angst beutelt, dann erlaube dir folgende Fragen:

Habe ich vielleicht eine Absprache mit der betreffenden Person getroffen, weil ich genau diese Erfahrung machen wollte?

Könnte es sein, dass die Person, auf die ich gerade eine solche Wut verspüre, mir aufgrund unserer Absprache ermöglicht hat, die Erfahrung genau dieses Gefühls zu machen?

Dann wäre der andere kein Täter mehr, sondern einfach jemand, der uns eine Erfahrung ermöglicht hat.

Schritt 7

Und dann könntest du in Erwägung ziehen, dir selbst alle Erfahrungen zu vergeben, die du dir selbst gewählt hast.

Ich weiß, dass ist ein sehr hoher Grad an Eigenverantwortung. Und diese Vorgehensweise erscheint alles andere als bequem. Und ich weiß, dass man manchmal nur so weiterkommt, bzw. wieder in den inneren Frieden findet.

Oft wird gesagt, dass wir vergeben sollten. Dabei vergessen wir oft, uns selbst zu vergeben, für alles, was wir getan haben, für alles, was wir unterlassen haben, und eben auch für alles, was wir uns selbst gewählt haben.

Dann sind wir keine Opfer mehr. Und dann können wir eine ganz neue Freiheit erlangen, im Innen und im Außen.

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